Bräuche
Glücksbringer und ihre Bedeutung: Von Kaminfeger bis Kleeblatt
Spätestens an Silvester tauchen sie überall auf: kleine Kaminfeger aus Marzipan, Glücksschweinchen, vierblättrige Kleeblätter im Topf. Glücksbringer begleiten uns durch das Jahr, oft ohne dass wir wissen, woher ihre Bedeutung stammt. Hier sind die bekanntesten und ihre Geschichten.
Der Kaminfeger
Früher hing vom Kaminfeger viel ab. Ein verstopfter Kamin konnte zu Bränden oder Rauchvergiftungen führen, ein sauberer Kamin bedeutete Wärme und Sicherheit. Wer einem Kaminfeger begegnet, so heisst es, hat Glück. Manche berühren dafür sogar einen Knopf seiner Uniform. In der Schweiz sind Kaminfeger aus Schokolade oder Marzipan an Neujahr ein beliebtes Geschenk.
Das Hufeisen
Hufeisen waren früher wertvoll, weil sie aus Eisen geschmiedet wurden. Wer eines fand, konnte es verkaufen. Über der Tür aufgehängt soll es das Glück im Haus halten. Streit gibt es bis heute darüber, wie herum: Mit der Öffnung nach oben sammelt es das Glück, sagen die einen. Mit der Öffnung nach unten lässt es das Glück auf die Bewohner rieseln, sagen die anderen.
Das vierblättrige Kleeblatt
Unter Tausenden dreiblättrigen Kleeblättern findet sich nur selten eines mit vier Blättern. Gerade diese Seltenheit macht es zum Glückssymbol. Die Töpfe mit «Glücksklee», die man an Neujahr kauft, sind übrigens meist Sauerklee, eine Pflanze, die von Natur aus vier Blätter hat.
Das Glücksschwein
Im Mittelalter war ein Schwein ein Zeichen von Wohlstand. Wer eines besass, musste keinen Hunger leiden. Daher stammt auch die Redewendung «Schwein gehabt». Heute gibt es Glücksschweinchen aus Marzipan, Keramik oder als Sparschwein.
Der Marienkäfer
Der kleine rote Käfer mit den schwarzen Punkten frisst Blattläuse und war deshalb bei Bauern und Gärtnern hochwillkommen. Er galt als Geschenk der Jungfrau Maria, daher sein Name. Landet ein Marienkäfer auf Ihnen, sollten Sie ihn nicht abschütteln, sondern weiterfliegen lassen.
Schweizer Bräuche rund ums Glück
- Silvesterchläuse: Im Appenzellerland ziehen am 31. Dezember und am 13. Januar die Chläuse von Hof zu Hof und wünschen ein gutes neues Jahr.
- Glücksbringer an Neujahr: Marzipanfiguren und Schokoladen-Kaminfeger gehören in vielen Familien zum Neujahrsapéro.
- Bleigiessen: Aus der geformten Figur wird die Zukunft gedeutet. Heute verwendet man dafür zum Glück meist Wachs statt Blei.
Glücksbringer verschenken
Ein Glücksbringer ist ein kleines Geschenk mit grosser Bedeutung. Er passt zu Prüfungen, einem neuen Job, einer Reise oder einfach zum Jahreswechsel. Am schönsten ist er, wenn er nicht gekauft und vergessen wird, sondern einen festen Platz bekommt: am Schlüsselbund, im Portemonnaie oder auf dem Schreibtisch.
Glaube oder Aberglaube?
Ob Glücksbringer wirklich Glück bringen, kann niemand beweisen. Aber sie erinnern uns daran, dass wir anderen Gutes wünschen. Und das allein ist schon ein ziemlich schöner Grund, einen kleinen Kaminfeger zu verschenken.